Wie es zur Idee kam

Keinen Bock auf ’nen langen Text? Hier geht’s zur Kurzvorstellung des Blogs.

Zu Beginn 2011 bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es in unserer heutigen Gesellschaft keine Rechtfertigung für den Menschen gibt, über andere Tiere zu herrschen und sie für Nahrung, Kleidung und co auszubeuten. Als Konsument sehe ich mich in einer großen Verantwortung, solche Praktiken nicht zu unterstützen. Die einzig mögliche Reaktion darauf war, von nun an vegan zu leben.

Notwendiger Wandel: Einstieg in’s Selbstkochen

Damals hatte ich sehr wenig Bezug zum Kochen und zu Lebensmitteln. Ich hatte nirgends gelernt, mein Essen selbst zuzubereiten, Fertig- und Schnellprodukte waren wesentlicher Teil meiner Ernährung. Jetzt musste ich zwangsläufig anfangen, mich mit meiner Ernährung außeinandersetzen — eine Notwendigkeit, die mir ganz gut gefallen hat (:

Also machte ich — stark an Rezepten klammernd, aber immer experimentierfreudig — meine ersten holprigen Erfahrungen in der Küche. Die Zeit in der Küche ist allmählich zu einem großen und selbstverständlichen Teil meines Alltags geworden. Neben dem üblichen Zubereiten von warmen Hauptmahlzeiten („Kochen“) entwickelte sich ein Interesse, möglichst viele verarbeitete Produkte aus den Super- und Biomärkten (Barbecuesauce, Burgerbrötchen, vegane Schlagsahne, …) selbst zuzubereiten.

Vom Hobby zum Beruf? Erste Begegnungen mit der Küchenwissenschaft

Diese Entwicklung nahm Anfang 2013 eine ganz neue Richtung. Mein Kopf stellte sich die Frage, ob das Kochen nicht etwas ist, das mich auch beruflich sehr erfüllen könnte. Unzählige Kochabende mit Freunden und die Erfahrung, wie viel Freude man anderen mit gutem Essen bereiten kann, gaben der Idee ein sehr warmes Gefühl…

Von da an stand für mich die Frage im Raum, wie ich lernen kann, professionell zu kochen. Eine Kochausbildung war unmöglich, da es dort Pflicht ist, tierliche Produkte verarbeiten zu können. Ein Praktikum in einem veganen Restaurant oder Café bot sich aus persönlichen Gründen nicht an. Also blieb nur, mir die Kochkunst selbst anzueignen.

Zu diesem Zeitpunkt legte ich mir meine ersten Fachbücher zu und begann mir Gedanken zu machen, welche Zutaten sich raffinierterweise kombinieren lassen, wie man ein Küchenmesser richtig handhabt oder was die einzelnen Schritte beim Kochen eigentlich bezwecken sollen.

Ich hatte viele neue Erkenntnisse und Ansätze — das Projekt dann aber trotzdem abgeblasen: Meine frühere Unvertrautheit mit dem Kochen zog längere Fäden als erwartet und es machte mir einige Schwierigkeiten, ein Niveau zu erreichen, das ich von einem Restaurant erwarten würde.

Es blieb der Wissensdurst

Somit hatte sich das Projekt „autodidaktische Kochausbildung in der Freizeit“ erledigt. Aber mir blieb die neue Perspektive, mein eigenes Werkeln in der Küche zu „professionalisieren“ und auf theoretischer Ebene zu verstehen.

In den kommenden zwei Jahren lief alles so fort. Brotbacken, Rohkost, Kochen, Messerschleifen, … Unzählige kleine Interessensgebiete (: Das Ergebnis war ein breit gefächertes, aber gleichzeitig sehr punktuelles Wissen: Hier sehr spezifisch, dort mangelnd an wesentlichen Grundkenntnissen.

Essen als endloser Themenkomplex

Ende 2014 machte ich nach Abschluss meines Bachelorstudiums eine fast viermonatige Reise. An vielen Orten, von vielen verschiedenen Menschen umgeben, aber doch stets alleine unterwegs. Viel Zeit, über allerlei nachzudenken, was ein Kopf so zu bieten hat (;

Mir wurde bewusst, wie facettenreich das Thema „Essen“ ist: Schmecken, Kochen, Backen, all die verschiedenen Lebensmittel, ihr Anbau, ihre Verarbeitung, ihre Eigenschaften und ihre Unterschiede, Gesundheit, die Wissenschaft verschiedener Kochprozesse, Lagerung von Lebensmitteln, Rohkost, Ernährungsphilosophie … Ein endlos weiterzuspannender Themenkomplex, von dem ich für mich fast kein Thema als uninteressant ausschließen konnte.

Ich stellte fest, dass das Kochen, auf das ich mich zuvor so konzentriert hatte, eigentlich nur ein kleiner Teil dieses Komplexes ist und dass mich möglicherweise all die kleinen Spezialitäten rundherum sogar noch mehr interessieren.

Fokussiertes Lernen durch Themenmonate

Diesmal hatte ich den klarem Entschluss, dass die Küche für mich ein Hobby bleiben soll, dem ich Zeit und Ruhe geben will und aus dem ich viele Freuden ziehen kann. Ohne Ansprüche von außen war jetzt auch das Selbststudium wieder genau der richtige Weg (:

Gleichzeitig machte ich mir Gedanken, wie ich das Lernen in Eigenregie möglicherweise effizienter gestalten könnte. Eine Kernidee, die heute das Grundgerüst dieses Blogs bildet, war das Lernen in Themenmonaten: Statt all die verschiedenen Dinge durcheinander und in stetigem Wechsel auszuprobieren, entschied ich, mich jeden Monat auf ein bestimmtes Thema zu fokussieren. Damit hoffe ich, mich mit den einzelnen Themen viel konzentrierter außeinandersetzen zu können.

So kann ich einen Monat lang in die Kunst des Brotbackens blicken, im nächsten Monat befasse ich mich mit dem Fermentieren von Lebensmitteln, in einem wieder anderen Monat versuche ich neue Standards zu setzen, meine Küche möglichst plastikfrei zu betreiben.

Entgegensetzen einer anderen Normalität

Zusätzlich ist der Gedanke aufgefunkt, ob meine Kücheneskapaden möglicherweise für andere interessant und hilfreich sind.

Das i-Tüpfelchen, mit dem ich die schlussendliche Entscheidung zum vegankitchenlab getroffen habe, war das Folgende: Fachbücher zur Küchenpraxis reden in völliger Selbstverständlichkeit auch über Käse, Milch, Fleisch und co. Es ist keine Seltenheit, teure Fachbücher zu finden, bei denen die Hälfte aller Seiten vollkommen irrelevant ist. Gleichzeitig fehlen Informationen zu vielen Alltäglichkeiten der veganen Küche.

Nicht nur das, muss man sich immer und immer wieder konfrontieren mit der gesellschaftlichen Normalität, in der tierliche Produkte ohne irgendeinen Blick auf ihren unmittelbaren Ursprung aus Leid und Tod verwendet werden. Die vegane Bewegung hat bisher im wesentlichen Rezeptebücher und -blogs vorgebracht — Quellen zur Küchenpraxis und -theorie gibt es dagegen nicht viele.

Dieser Gedanke hat mich zusammen mit all meiner persönlichen Entwicklung zu dem Entschluss geführt, einen Blog über mein Küchentreiben und meinen eigenen Lernprozess zu führen, andere daran teilhaben zu lassen, sie zum Teilnehmen zu motivieren und dabei gleichzeitig dem allgegenwärtigen Konsum von Tierprodukten eine andere Normalität entgegenzusetzen.

Ich hoffe nun, all meinen vielen Vorstellungen gerecht werden zu können (:


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